NS-Reader

Ns-Reader_CoverWie viel Geschichte steckt eigentlich in dem, was uns heute in Lehrveranstaltungen und Lehrbüchern begegnet oder in Gesetzestexten und Gerichtsurteilen, deren Untersuchung einen Großteil unseres Studiums einnimmt? Woher kommen all die Rechtsprinzipien und Interpretationsansätze, die unsere Methodik, unser Rechtsdenken bestimmen?

Und wenn unser heutiges Rechtsverständnis sich nicht erst seit dem 23. Mai 1949 zu entwickeln begann, wie viel Einfluss lässt sich dann möglicherweise auf die Zeit des Nationalsozialismus zurückführen? Wie haben sich beispielsweise die Universitäten, die juristischen Fakultäten, an denen wir studieren, positioniert? Hat eine Aufarbeitung ihrer Vergangenheit überhaupt stattgefunden? Welche Wissenschaftler, deren Lehrbücher wir heute noch in den Händen halten, waren vor 1945 schon bestimmend? Inwiefern wurde Abstand genommen von Gesetzen und Rechtsdogmatik, die unter dem NS-Regime ihre Geburtsstunde erfuhren?

Diese Fragen haben wir uns gestellt, als wir uns Gedanken über das Thema : Recht und Rassismus, für den im Sommer 2015 stattfindenden und von uns organisierten Kongress des Bundesarbeitskreises kritischer Juragruppen, machten. Wir sind auf viele zum Teil sehr erschreckende Antworten gestoßen, die wir in diesem Reader in verschiedenen Beiträgen festhalten. Diese umfassen das Wirken von Juristen und juristischen Institutionen vor und nach 1945, sowie zu Methodik und Gesetzen, die im sog. Dritten Reich ihren Ursprung haben oder eine entscheidende Entwicklung erfuhren. Die einzelnen Beiträge untersuchen, inwiefern eine Kontinuität, ein Fortwirken der NS-Ideologien bis heute besteht und ob eine Aufarbeitung erfolgte.

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